Raufaser streichen – Die perfekte Anleitung für streifenfreie Ergebnisse 2026
Ratgeber

Raufaser streichen – Die perfekte Anleitung für streifenfreie Ergebnisse 2026

Proma Farben Redaktion28. April 20269 Min. Lesezeit

Raufaser richtig streichen ist keine Magie – aber es gibt einige Tricks, die den Unterschied machen. Unsere Anleitung erklärt Farbwahl, Grundierung, Technik und Trocknungszeiten Schritt für Schritt.

Was Sie brauchen

Werkzeuge

  • Farbroller 25 cm (18–25 mm Flor)
  • Eckenroller 5 cm
  • Teleskopstange
  • Malerschale
  • Abstreifgitter
  • Lackierroller kurz für Ecken

Materialien

  • Raufaser-Wandfarbe
  • Tiefengrund LF
  • Malerkrepp
  • Abdeckvlies
  • Malerfächer für Ecken

1) Raufaser – Eigenschaften, Typen und warum es besonders ist

Raufasertapete gehört zu den beliebtesten Wandbedeckungen in deutschen Wohnungen. Der Grund: Sie ist robust, kaschiert kleinere Unebenheiten und lässt sich mehrfach neu streichen. Aber genau wegen ihrer körnigen, strukturierten Oberfläche stellt das Streichen besondere Anforderungen an Farbe, Roller und Technik.

Raufaser gibt es in verschiedenen Größenklassen – von fein (Körnung 10) bis grob (Körnung 30 oder 70). Je gröber die Struktur, desto mehr Farbe benötigt die Fläche pro Anstrich, da die Farbe auch in die Vertiefungen zwischen den Holzspanhöckern eindringen muss. Grobe Raufaser benötigt häufig drei Anstriche für ein wirklich deckungsgleiches Ergebnis.

Raufaser-TypKörnungFarbverbrauchAnstriche nötig
Feine RaufaserKörnung 10–20ca. 150 ml/m²1–2 Anstriche
Mittlere RaufaserKörnung 20–40ca. 180 ml/m²2 Anstriche
Grobe RaufaserKörnung 40–70ca. 220 ml/m²2–3 Anstriche

Ein wichtiger Aspekt beim Raufaser-Streichen: Die Tapete saugt mehr Farbe auf als glatter Putz, weil die Oberfläche stark vergrößert ist. Deshalb gilt als Faustregel, für Raufaser generell 20–30 % mehr Farbe einzukalkulieren als für eine glatte Wand gleicher Größe.

Wichtig: Erstanstrich bei neu tapezierter Raufaser

Neu tapezierte Raufaser muss vor dem ersten Streichen mindestens 24 Stunden vollständig trocknen. Früheres Streichen führt dazu, dass die noch feuchte Tapete durch das Gewicht der Farbe aufweicht und blasen wirft. Im Zweifelsfall lieber 36–48 Stunden warten.

2) Die richtige Farbe für Raufaser auswählen

Für Raufaser eignen sich Dispersionsfarben mit mittlerer bis hoher Viskosität am besten. Dünnflüssige Farben läufen in die Vertiefungen der Raufaser und erzeugen einen ungleichmäßigen, tropfenartigen Anstrich. Wer zum ersten Mal eine neu tapezierte Raufaser streicht, sollte eine deckstarke Wandfarbe der Deckkraftklasse 1 oder 2 wählen.

Besonders wichtig ist die Nassabriebklasse bei Raufaser in Feuchträumen (Flur, Küche, Bad): Hier sollten Sie eine Farbe der Klasse 1 oder 2 (hochwaschbeständig bzw. scheuerfest) verwenden. Für reine Wohnräume genügt Klasse 3 oder 4. Nicht geeignet für Raufaser sind Farben mit sehr hohem Deckfarbgehalt, die die Struktur zukleistern – nach drei bis vier Anstrichen mit solchen Farben verliert die Raufaser ihren Charakter.

Farb-TypGeeignet fürVorteileNachteil
Dispersionsfarbe mattWohnräume, SchlafzimmerGünstig, einfache VerarbeitungWenig waschbeständig
LatexfarbeKüche, Bad, FlurSehr waschbeständigStruktur kann überdeckt werden
SilikatfarbeFeuchte Räume, MineralputzDampfdiffusionsoffen, schimmelresistentNur für mineralische Untergründe

Farbmenge berechnen

Berechnen Sie die benötigte Farbmenge mit: Wandfläche (m²) x Verbrauch pro m² (ca. 180–220 ml für grobe Raufaser) x Anzahl der Anstriche. Plus 15 % Puffer für Nachbesserungen. Kaufen Sie immer eine Charge auf einmal – Chargenunterschiede können zu sichtbaren Farbunterschieden führen.

3) Vorbereitung und Grundierung

Die Vorbereitung ist bei Raufaser besonders wichtig, weil die Tapete empfindlich gegen Nässe ist. Schadhaften Stellen müssen vor dem Streichen behandelt werden. Locker sitzende Tapetenkanten sollten mit Tapetenkleister erneut angeklebt und vollständig trocknen gelassen werden.

Reinigen Sie verschmutzte Stellen mit einem leicht feuchten Tuch und lassen diese trocknen, bevor Sie streichen. Fettflecken (z.B. Handabdrücke) müssen vor dem Streichen mit einem Entfetter behandelt werden, da Fettflecken durch normale Wandfarbe hindurchscheinen.

  1. Abkleben: Leisten, Steckdosen, Tür- und Fensterrahmen sorgfältig mit Malerkrepp abkleben. Boden mit Abdeckvlies schützen.
  2. Schaden prüfen: Lose Tapetenstellen, Blasen und offene Nähte mit Tapetenkleister und Ahle behandeln.
  3. Grundierung: Bei Erstanstrich auf neu tapezierter Raufaser immer Tiefengrund auftragen und mind. 30 Minuten trocknen lassen. Bei gut haftender, mehrfach gestrichener Raufaser ist eine Grundierung nur bei saugenden Stellen notwendig.
  4. Saugtest: Etwas Wasser auf die Fläche spritzen. Wenn es sofort einzieht, ist die Fläche stark saugend und muss grundiert werden.

Achtung: Zu viel Grundierung bei Raufaser

Tragen Sie Tiefengrund auf Raufaser sparsam auf – zu viel Grundierung kann die Strukturkörner zusammenkleben und die Raufasertextur zerstören. Tragen Sie den Tiefengrund mit einem Roller mit kurzer Florhöhe (6–9 mm) auf und arbeiten Sie zügig, um Pfutzenbildung zu vermeiden.

4) Streichen-Technik: Roller, Pinsel und die richtige Reihenfolge

Das Entscheidende beim Raufaser-Streichen: Der Roller muss die richtige Florhöhe haben, um die Farbe tief in die Struktur zu drücken. Verwenden Sie ausschließlich Roller mit einer Florhöhe von 18–25 mm. Mit einem glatten Roller (6–9 mm) streichen Sie an der Oberfläche vorbei und hinterlassen weiße Hohlstellen in den Vertiefungen der Raufaser.

Die Reihenfolge beim Streichen: Zuerst Ecken und schwär zugngliche Bereiche mit einem 5-cm-Pinsel oder einem Eckroller voranstreichen, dann die Flächen mit dem großen Roller. Das verhindert, dass der Pinsel später eine andere Struktur hinterlässt als der Roller.

  1. Ecken, Kanten und Anschlüsse mit Pinsel (5 cm) vorstreichen
  2. Roller mit 18–25 mm Flor in Farbe tauchen, im Abstreifgitter gleichmäßig beladen
  3. Farbe in langen, gleichmäßigen Zügen von oben nach unten auftragen
  4. Immer mit leichtem Druck arbeiten, um Farbe in die Struktur zu drücken
  5. Nass in nass arbeiten – nie in bereits angetrocknete Bereiche zurückrollen
  6. Nach dem Trocknen (mind. 4–6 h) zweiten Anstrich 90° gedreht (quer) auftragen

Der 90-Grad-Trick für vollständige Bedeckung

Den zweiten Anstrich senkrecht zum ersten auftragen (also: erster Anstrich von oben nach unten, zweiter Anstrich waagrecht). So werden alle Seiten der Strukturkörner vollständig mit Farbe bedeckt und es entstehen keine hellen Stellen in den Vertiefungen der Raufaser.

5) Profi-Tipps für ein streifenfreies Ergebnis

Streifen beim Raufaser-Streichen entstehen fast immer durch zwei Ursachen: Zu trockenes Arbeiten (der Roller ist zu wenig beladen) oder zu viel Druck am Rand des Rollers. Beide Fehler lassen sich mit der richtigen Technik vermeiden.

Verwenden Sie eine Malerschale mit Abstreifgitter anstelle eines Farbeimers. Im Abstreifgitter können Sie den Roller gleichmäßig abrollen, sodass die Farbe gleichmäßig über die gesamte Rollerbreite verteilt ist. Ein ungleichmäßig beladener Roller erzeugt automatisch Streifen.

ProblemUrsacheLösung
StreifenTrockenes Arbeiten, Kanten-DruckRoller gleichmäßig beladen, leichten Druck
Helle Stellen in VertiefungenZu kurzer Flor, zu wenig DruckRoller 18–25 mm, mehr Andruck
Tropfen, NesterZu viel Farbe auf RollerSorgfältiger Abrollen am Gitter
Sichtbare PinselstellenPinsel nach Roller aufgetragenImmer zuerst Ecken, dann Fläche
Tapete weicht aufZu viel Farbe, noch feuchtDünnere Schicht, besser trocknen lassen

Bestes Licht für die Qualitätskontrolle

Leuchten Sie die gestrichene Fläche mit einer Handleuchte oder Taschenlampe streiflicht ab (flacher Winkel, ca. 15–20 Grad zur Wand). So sehen Sie sofort alle Streifen, hellen Stellen und Unebenheiten – und können sie vor dem vollständigen Trocknen noch ausbessern.

Trocknungszeiten einhalten ist das A und O. Zwischen zwei Anstrichen sollten mindestens 4–6 Stunden liegen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder kühlen Temperaturen eher 8–12 Stunden. Wer zu früh den zweiten Anstrich aufträgt, riskiert, dass die noch feuchte Unterfarbe durch den Roller wieder aufgelöst wird und das Ergebnis fläckig und ungleichmäßig wird.

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Häufig gestellte Fragen (8)

Welchen Roller brauche ich für Raufaser?
Für Raufaser benötigen Sie zwingend einen Roller mit langer Florhöhe: mindestens 18 mm, ideal 20–25 mm. Ein Roller mit kurzer Florhöhe (6–9 mm) streicht nur über die Oberfläche und lässt die Vertiefungen der Raufaserstruktur unbedeckt, was helle Stellen hinterlässt. Für Ecken und Kanten verwenden Sie einen 5-cm-Pinsel oder einen speziellen Eckroller.
Wie viele Anstriche brauche ich bei Raufaser?
Bei feinerer Raufaser genügen oft zwei Anstriche. Bei grober Raufaser (Körnung 40 oder mehr) sind häufig drei Anstriche notwendig für ein vollständig deckendes Ergebnis. Den zweiten Anstrich empfehlen wir, senkrecht zum ersten aufzutragen (90° gedreht), so werden alle Seiten der Strukturkörner vollständig mit Farbe bedeckt.
Muss ich Raufaser vor dem Streichen grundieren?
Bei neu tapezierter Raufaser empfiehlt sich ein Tiefengrund-Voranstrich, besonders wenn die Tapete stark saugt. Dieser verhindert, dass die Wandfarbe zu schnell trocknet und einen ungleichmäßigen Anstrich erzeugt. Bei bereits mehrfach gestrichener Raufaser, die gut haftet und nicht zu stark saugt, ist eine Grundierung nicht immer nötig. Für den Saugtest einfach etwas Wasser auftropfen – wenn es sofort einzieht, bitte grundieren.
Warum entstehen Streifen beim Raufaser-Streichen?
Streifen entstehen meist durch drei Ursachen: Ein zu wenig beladener Roller (zu trockenes Arbeiten), zu viel Druck an den Rollerkanten oder das Zurückrollen in bereits angetrocknete Bereiche. Nutzen Sie immer ein Abstreifgitter für gleichmäßige Beladung des Rollers und arbeiten Sie immer nass in nass. Den zweiten Anstrich sollten Sie erst nach vollständigem Trocknen des ersten auftragen.
Kann man Raufaser farben statt Weiss streichen?
Ja, Raufaser kann in jeder gewünschten Farbe gestrichen werden. Moderne Dispersionsfarben sind in praktisch jeder Farbe abtönbar. Beachten Sie bei farbigen Anstrichen: kräftige Farben benötigen oft 2–3 Anstriche für ein gleichmäßig deckendes Ergebnis. Kaufen Sie die Farbe aus einer Charge, da Chargenunterschiede bei der Farbton-Abtönung zu sichtbaren Unterschieden führen können.
Wie lange muss ich zwischen zwei Anstrichen warten?
Zwischen den Anstrichen mindestens 4–6 Stunden warten. Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder kühlen Temperaturen (unter 15 °C) eher 8–12 Stunden. Der Anstrich muss vollständig trocken sein, bevor der nächste aufgetragen wird. Zu frühes Überstreichen löst die noch feuchte Unterfarbe auf und erzeugt fläckige, ungleichmäßige Stellen.
Was tun bei Tapetenblasen nach dem Streichen?
Blasen entstehen oft bei zu nassem Auftrag oder wenn die Tapete nicht vollständig getrocknet war. Lassen Sie die Fläche vollständig trocknen – oft verschwinden kleine Blasen von selbst. Größere Blasen mit einer Ahle einstechen, Tapetenkleister einspritzen, andrucken und trocknen lassen. Danach die Stelle überstreichen.
Wie streiche ich Raufaser in Ecken sauber?
Ecken zuerst mit einem 5-cm-Pinsel oder Eckroller vorstreichen, dann die Fläche mit dem großen Roller. Wenn Sie zuerst die Fläche rollen und danach die Ecken pinsel, entstehen sichtbare Pinselstriche, weil die Raufaserstruktur in Ecken und Fläche unterschiedlich gefüllt ist. Die Reihenfolge Ecken zuerst, dann Fläche ist deshalb zwingend.

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Farbroller + Abstreifgitter besorgen(Friess Techno Werkzeug)Kaufen
Flachpinsel / Eckenpinsel besorgen
Malerkrepp / Abklebeband besorgen(Malerkrepp Premium)Kaufen
Abdeckvlies / Malerplane besorgen(Abdeckvlies Malervlies)Kaufen
Gold Masker für Fenster/Türen besorgen
Spachtelmasse + Spachtel (für Löcher/Risse)(einzA Handspachtel Dolomit)Kaufen
Schleifpapier 120er + 180er(Friess Handschleifstein K24)Kaufen
Teleskopstange (für Decke)
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