Kalkputz ist der natürliche Klassiker für gesunde Raumluft. So bereiten Sie den Untergrund vor und tragen Kalkputz richtig auf – für dauerhaft schöne Ergebnisse.
Was Sie brauchen
Werkzeuge
- •Spachtel
- •Kelle
- •Reibebrett
Materialien
- •Kalkputz
- •Grundierung
- •Wasser
Überblick: Vorteile von Kalkputz für Wohnräume und Altbau
Kalkputz ist seit Jahrhunderten bewährt und erlebt heute eine Renaissance — vor allem bei gesundheitsbewussten Renovierern, Allergikern und Altbausanierern. Seine natürliche Zusammensetzung aus Löschkalk, Sand und Wasser macht ihn zu einem der nachhaltigsten Baumaterialien. Kalkputz reguliert Feuchtigkeit, wirkt antibakteriell und schimmelhemmend, ist frei von Kunstharzen und Weichmachern und vollständig recycelbar.
Der hohe pH-Wert von frischem Kalkputz (pH 12–13) hemmt das Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien auf natürliche Weise. Die offenporige Struktur nimmt Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie wieder ab — das schafft ein spürbar angenehmeres Raumklima, besonders in Schlafzimmern und Kinderzimmern. Im Altbau ist Kalkputz die erste Wahl, weil er mit historischen Mauerwerken kompatibel ist und die Diffusionsoffenheit der Wand erhält.
- Diffusionsoffen: Feuchtigkeitsregulierung durch Kapillarität — die Wand kann „atmen"
- Antibakteriell: Hoher pH-Wert hemmt Schimmelwachstum natürlich
- Natürlich: Kein Kunstharz, keine Weichmacher, keine Lösemittel
- Atmungsaktiv: Ideal für Schlafzimmer, Kinderzimmer und Allergiker-Haushalte
- Altbaugerecht: Kompatibel mit historischen Mauerwerken aus Ziegel und Naturstein
Profi-Tipp
Im Altbau immer Kalk- oder Kalkzementputz statt Gipsputz verwenden. Gips kann bei feuchtem oder salzbelastetem Mauerwerk chemisch reagieren und die Bausubstanz nachhaltig schädigen.
Schritt 1: Untergrund vorbereiten
Der Untergrund muss sauber, staubfrei, ausreichend tragfähig und frei von losen Teilen sein. Entfernen Sie alten, losen Putz vollständig — bei Altbauten kann das bedeuten, dass größere Flächen komplett abgeschlagen werden müssen. Tiefe Risse im Mauerwerk mit Kalk-Zement-Mörtel schließen und mindestens 24 Stunden trocknen lassen.
Die Untergrundvorbereitung hängt stark vom vorhandenen Material ab. Ziegelmauerwerk muss vorgewässert werden, damit es dem Kalkputz nicht zu schnell das Wasser entzieht. Beton ist zu glatt und erfordert zwingend eine Haftschlämme oder einen mineralischen Putzgrund. Alter Gipsputz ist als Untergrund für Kalkputz nicht geeignet — er muss entfernt werden.
| Untergrund | Vorbereitung | Haftbrücke nötig? |
|---|---|---|
| Ziegelmauerwerk | Vorwässern, abstauben | Putzgrund empfohlen |
| Beton | Reinigen, entfetten | Haftschlämme zwingend |
| Alter Kalkputz (fest) | Lose Stellen entfernen | Vorwässern genügt |
| Gipsputz | Entfernen | Nicht geeignet als Untergrund |
Wichtig
Kalkputz niemals auf Gipsputz auftragen. Gips und Kalk sind chemisch inkompatibel — der Kalkputz haftet nicht dauerhaft und es kommt zu Abplatzungen. Gipsputz immer zuerst komplett entfernen.
Schritt 2: Kalkputz anmischen
Kalkputz gibt es als fertigen Trockenmörtel im Sack oder als traditionelle Mischung aus Sumpfkalk und Sand. Für Heimwerker sind fertige Trockenmörtel aus dem Fachhandel deutlich einfacher und sicherer zu verarbeiten — das Mischungsverhältnis ist bereits optimiert und die Konsistenz gleichmäßiger als bei Handmischungen.
Geben Sie kaltes, sauberes Wasser in die Mörtelwanne (Menge laut Herstellerangabe). Streuen Sie den Trockenmörtel unter ständigem Rühren ein. Verwenden Sie einen Rührquirl an der Bohrmaschine bei niedriger Drehzahl. Rühren Sie 3–5 Minuten, bis eine gleichmäßige, klumpenfreie Masse entsteht. Die Konsistenz sollte zähplastisch sein — der Putz haftet an der auf den Kopf gedrehten Kelle.
Für die traditionelle Herstellung: Sumpfkalk (gelöschter Kalk) und sauberen, gewaschenen Sand im Verhältnis 1:2 bis 1:3 mischen. Je mehr Sand, desto magerer und rissfester der Putz. Sumpfkalk ist stark alkalisch — Handschuhe, Schutzbrille und langärmlige Kleidung tragen.
- Fertigmörtel: Wasser vorlegen, Pulver einstreuen, 3–5 Minuten rühren
- Traditionell: Sumpfkalk und Sand im Verhältnis 1:2 bis 1:3
- Konsistenz prüfen: Zähplastisch, haftet an der Kelle
- Verarbeitungszeit: ca. 2–4 Stunden — nur anmischen, was verarbeitet werden kann
Wichtig
Kalkputz niemals bei Temperaturen unter 5 °C oder über 30 °C verarbeiten. Frost während der Trocknungsphase zerstört die Struktur irreversibel. Hitze beschleunigt das Trocknen zu stark und führt zu Schwindrissen.
Schritt 3: Kalkputz in Lagen auftragen
Kalkputz wird im Gegensatz zu Gipsputz in mehreren dünnen Lagen aufgebaut — das ist der Schlüssel zu einem dauerhaft festen und rissfreien Ergebnis. Jede Lage muss mindestens 24 Stunden trocknen, bevor die nächste aufgetragen wird. Planen Sie für eine komplette Wand also mehrere Arbeitstage ein.
- Spritzputz (1. Lage, 2–3 mm): Flüssigen Kalkputz dünn auf die angefeuchtete Wand werfen — nicht glätten. Diese Schicht dient ausschließlich der Haftverbesserung und muss rau bleiben.
- Trocknungszeit: Mindestens 24 Stunden. Die Spritzputzschicht muss fest sein, bevor die nächste Lage kommt.
- Grundputz (2. Lage, 8–15 mm): Kalkputz mit der Kelle aufziehen und mit der Abziehlatte abziehen. Diese Schicht gleicht Unebenheiten aus und bildet die tragende Basis.
- Trocknungszeit: Mindestens 24–48 Stunden, je nach Schichtdicke. Fläche vor dem Feinputz leicht anfeuchten.
- Feinputz (3. Lage, 2–5 mm): Dünn aufziehen und mit dem Reibebrett oder der Glättkelle in die gewünschte Oberflächenstruktur bringen.
Halten Sie den Kalkputz während der Trocknungsphase mehrere Tage leicht feucht. Besprühen Sie die Fläche morgens und abends mit einer Sprühflasche. Dieses sogenannte „Nachfeuchten" fördert die Carbonatisierung — den chemischen Prozess, bei dem der Kalk aushärtet und dauerhaft fest wird.
Profi-Tipp
Die Carbonatisierung ist der Schlüssel zur Festigkeit von Kalkputz. Dabei nimmt der Kalk CO₂ aus der Luft auf und verwandelt sich zurück in Kalkstein. Zu schnelles Trocknen unterbricht diesen Prozess und der Putz bleibt weich. Deshalb: Feucht halten, nicht austrocknen lassen.
Schritt 4: Oberfläche strukturieren & glätten
Die Oberflächenbehandlung des Kalkputzes bestimmt die finale Optik. Je nach gewünschtem Ergebnis stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, die alle während des Abbindens der letzten Putzlage durchgeführt werden. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend: Zu früh bearbeitet, wird die Fläche ungleichmäßig; zu spät bearbeitet, hinterlässt das Werkzeug Abdrücke und Riefen im bereits zu festen Putz.
- Glattzug: Mit einer feuchten Edelstahlglättkelle kurz vor dem endgültigen Abbinden über die Fläche ziehen. Erzeugt eine sehr glatte, edle Oberfläche. Mehrfach wiederholen für höheren Glanz.
- Filzputz: Mit einer Filzscheibe kreisend über den angezogenen Putz reiben. Erzeugt eine fein strukturierte, leicht rustikale Oberfläche.
- Kellenstrich: Mit der flachen Kelle in verschiedene Richtungen über den frischen Putz fahren. Erzeugt ein individuelles, handwerkliches Muster im Stil venezianischer Putze.
- Rauputz: Den Putz nach dem Abziehen nicht weiter bearbeiten. Die natürliche Struktur bleibt erhalten — rustikal und authentisch.
Nach der Strukturierung den Putz weitere 3–5 Tage regelmäßig leicht anfeuchten. Dann ist die Oberfläche bereit für den Anstrich. Verwenden Sie auf Kalkputz ausschließlich Kalkfarbe oder Silikatfarbe — diese sind dampfdurchlässig und ergänzen die Eigenschaften des Kalkputzes optimal. Dispersionsfarbe auf Kalkputz ist kontraproduktiv, da sie die Poren verschließt und die Feuchtigkeitsregulierung aufhebt.
Profi-Tipp
Für die Tadelakt-Technik (wasserabweisender marokkanischer Kalkputz) wird die letzte Putzlage mit Olivenseife und einem glatten Stein poliert, bis die Oberfläche glänzt und wasserabweisend wird. Diese Technik eignet sich auch für Badezimmer.
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Häufig gestellte Fragen (10)
Ist Kalkputz für den Außenbereich geeignet?
Kann ich Kalkputz selbst anmischen?
Wie lange hält Kalkputz?
Kann ich über Kalkputz Dispersionsfarbe streichen?
Wie verhindere ich Risse in Kalkputz?
Ist Kalkputz wirklich schimmelhemmend?
Wie unterscheidet sich Kalkputz von Gipsputz?
Kann Kalkputz bestehenden Schimmel beseitigen?
Welche Körnung hat Kalkputz?
Kann ich Kalkputz im Badezimmer verwenden?
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