Parkettlack auftragen – alten Parkett schön auffrischen
Anleitung

Parkettlack auftragen – alten Parkett schön auffrischen

Proma Farben Redaktion7. April 202616 Min. Lesezeit

Parkettlack auftragen: So frischen Sie alten Parkett professionell auf. Von der Schleifreihenfolge über die richtige Lackwahl bis zur korrekten Auftragstechnik – unsere vollständige Anleitung.

Was Sie brauchen

Werkzeuge

  • Parkettschleifer oder Einscheibenschleifer
  • Stachelwalze
  • Lackierwalze breit
  • Schleifpapier

Materialien

  • Parkettlack
  • Schleifpapier 40/80/120er
  • Grundierlack
  • Staubmaske

1) Überblick – Parkettlack-Typen und die richtige Wahl

Nicht jeder Parkettlack ist gleich. Die Wahl des richtigen Produkts hängt von der Holzart, der Beanspruchung und dem gewünschten Erscheinungsbild ab. PU-Lacke auf Wasserbasis haben sich als Standard durchgesetzt – sie vereinen hohe Härte, Geruchsarmut und Vergilbungsbeständigkeit. Alkydharzlacke bieten zwar höheren Glanz, gilben aber mit der Zeit und sind weniger abriebfest.

LacktypVorteileEinsatzAushärtung
PU-Parkettlack (wasserbasiert)Härtester Schutz, gilbt nicht, schnell trockenWohnbereich, Gewerbe7–14 Tage
Alkydharz-ParkettlackHoher Glanz, günstigerWenig beanspruchte Bereiche14–28 Tage
Hartwachsöl (Alternative)Natürlich, leicht aufzufrischenWohnzimmer, Schlafzimmer3–7 Tage
2K-PU-ParkettlackMaximale Härte, für GewerbeGastronomie, Büro, Laden5–7 Tage

Empfehlung

Für die meisten Anwendungen empfehlen wir wasserbasierte PU-Parkettlacke in seidenmatt: Sie gilben nicht, sind schnell trocken, geruchsarm und bieten hervorragende Abriebfestigkeit. Seidenmatt kaschiert Alltagskratzer besser als Hochglanz und wirkt natürlicher.

2) Schritt 1: Untergrund prüfen & Raum vorbereiten

Bevor Sie den Parkettschleifer ansetzen, müssen Sie den Zustand des Parketts prüfen und den Raum entsprechend vorbereiten. Nicht jeder Parkett kann geschliffen werden – zu dünne Nutzschichten oder strukturelle Schäden setzen Grenzen.

  1. Nutzschicht prüfen: Massivparkett (20+ mm) kann 5–10 Mal geschliffen werden. 3-Schicht-Parkett (2–4 mm Nutzschicht) nur 1–2 Mal. Fertigparkett (0,6–1 mm Nutzschicht) ist oft nicht schleifbar.
  2. Schadenscheck: Lockere Stäbe verleimen oder nachschrauben. Verquollene Bereiche prüfen (Feuchtigkeitsquelle abstellen). Nagelköpfe unter Oberfläche versenken – der Schleifer fängt sie sonst.
  3. Raum komplett leerräumen: Alle Möbel, Teppiche und losen Gegenstände entfernen. Sockelleisten demontieren.
  4. Türspalte abdichten: Schleifstaub setzt sich in der gesamten Wohnung ab. Türspalte mit feuchten Handtüchern oder Klebeband abdichten. Lüftungsschächte abdecken.
  5. Persönliche Schutzausrüstung: Staubmaske FFP2 (Pflicht!), Gehörschutz bei Bandschleifer, Schutzbrille.

Warnung: Asbest in Altbau-Klebern

In Gebäuden vor 1993 können Parkettkleber Asbest enthalten (schwarzer, teerartiger Kleber). Beim Schleifen wird Asbest freigesetzt! Im Zweifelsfall eine Probe ins Labor schicken, bevor Sie den Schleifer ansetzen. Asbest-Sanierung darf nur von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden.

3) Schritt 2: Parkett schleifen – vom Grobabtrag zum Feinschliff

Das Schleifen ist die aufwändigste und wichtigste Phase der Parkettlackierung. Mit einem gemieteten Parkettschleifer (Bandschleifer für die Fläche, Randschleifer für die Kanten) werden alte Lackschichten, Kratzer und Unebenheiten systematisch abgetragen. Arbeiten Sie immer mit steigender Körnung – niemals einen Schleifgang überspringen.

  1. 1. Schleifgang – 40er Körnung (diagonal): Grober Abtrag alter Lackschichten und tiefer Kratzer. Schleifrichtung: 45° diagonal zur Faserrichtung für gleichmäßigen Abtrag. Langsam und gleichmäßig führen – zu langes Verweilen erzeugt Mulden.
  2. 2. Schleifgang – 80er Körnung (in Faserrichtung): Hauptschliff parallel zur Holzmaserung. Entfernt die diagonalen Schleifspuren des Grobschliffs und nivelliert die Oberfläche.
  3. 3. Schleifgang – 120er Körnung (in Faserrichtung): Feinschliff für eine glatte, gleichmäßige Oberfläche. Das Holz sollte jetzt sichtbar frisch und gleichmäßig hell sein.
  4. Ränder mit Handschleifer oder Exzenterschleifer nacharbeiten: Der Bandschleifer kommt nicht bis an die Wand. Randschleifer oder Dreieckschleifer für die letzten 5–10 cm verwenden.
  5. Ecken von Hand schleifen: In Ecken, unter Heizkörpern und an schwer zugänglichen Stellen mit Schleifklotz und Schleifpapier nacharbeiten.
  6. Schleifstaub vollständig absaugen: Mit Industriestaubsauger gründlich absaugen. Anschließend mit leicht feuchtem Mikrofasertuch die gesamte Fläche nachwischen.

Wichtig: Alle Türen und Luftzufuhren geschlossen halten. Schleifstaub setzt sich in der gesamten Wohnung ab und ruiniert das spätere Lackergebnis. Mindestens 30 Minuten nach dem letzten Schliff warten, bis der Feinstaub sich gesetzt hat.

4) Schritt 3: Grundierlack auftragen

Der Grundierlack (auch Parkettsiegel oder Parkettgrund genannt) erfüllt mehrere Funktionen: Er versiegelt die offenen Holzporen, verhindert das Eindringen des Decklacks in die Holzfasern (was zu ungleichmäßiger Optik führen würde) und schafft eine optimale Haftbrücke für den Decklack.

  1. Grundierlack gut aufrühren – nicht schütteln. Luftblasen im Lack erzeugen kleine Krater in der Oberfläche.
  2. Kanten zuerst: Mit einem 100-mm-Flachpinsel alle Ränder und Kanten 5–10 cm breit vorlackieren.
  3. Fläche mit breiter Lackierrolle (30–40 cm) auftragen: In Faserrichtung des Holzes arbeiten. Dünn und gleichmäßig – keine Pfützen.
  4. Nass-in-nass arbeiten: Immer im feuchten Bereich ansetzen, keine Ansatzstellen entstehen lassen. Arbeiten Sie sich systematisch vom Fenster zur Tür vor.
  5. Trocknungszeit: 12–24 Stunden bei 20 °C und 50–65 % Luftfeuchtigkeit. Raum gut belüften, aber keine Zugluft.

Profi-Tipp Staubfrei

Lackieren Sie abends – dann ist die Luft ruhiger und weniger Staub schwebt umher. Vor dem Lackauftrag alle Fenster schließen und 30 Minuten warten, bis aufgewirbelte Staubpartikel sich gesetzt haben. Den Raum nach dem Lackieren nicht mehr betreten bis zum Zwischenschliff.

5) Schritt 4–5: Zwischenschliff & Decklack-Aufbau

Nach dem Trocknen des Grundierlacks fühlt sich die Oberfläche rau an – aufgestellte Holzfasern und eingebundene Staubpartikel müssen durch einen Zwischenschliff entfernt werden. Dann folgen 2 (besser 3) Decklack-Schichten, die den eigentlichen Schutzfilm bilden.

  1. Zwischenschliff Grundierung – 180er Papier: Leicht über die Oberfläche gleiten. Nur glätten, nicht durchschleifen. Schleifstaub vollständig entfernen.
  2. Erster Decklack: Dünn und gleichmäßig in Faserrichtung mit Lackierrolle auftragen. Kanten wieder mit Pinsel vorlackieren. Systematisch vom Fenster zur Tür arbeiten.
  3. Trocknung: 12–24 Stunden. Raum nicht betreten.
  4. Zwischenschliff Decklack – 240er Papier: Noch leichter schleifen als nach der Grundierung. Nur Staubpunkte und Unebenheiten beseitigen.
  5. Zweiter Decklack: Nochmals auftragen – jetzt keine Stellen auslassen. Diese Schicht ist das sichtbare Ergebnis.
  6. Dritter Decklack (empfohlen bei starker Beanspruchung): Flur, Küche, Kinderzimmer und gewerbliche Flächen profitieren von einer dritten Decklackschicht. Nach erneutem Zwischenschliff mit 320er Papier auftragen.

Gesamter Schichtaufbau: 1× Grundierlack → Zwischenschliff → 1. Decklack → Zwischenschliff → 2. Decklack → optional Zwischenschliff → 3. Decklack. Dieser Aufbau entspricht dem professionellen Standard für Parkettlackierungen.

6) Schritt 6: Trocknungszeiten & Nutzungsfreigabe

Die vollständige Aushärtung von Parkettlack dauert deutlich länger als die Oberflächentrocknung. Wer zu früh schwere Möbel aufstellt oder Teppiche auflegt, riskiert bleibende Abdrücke und Beschädigungen in der noch weichen Lackschicht.

  • Staubtrocken: 1–2 Stunden (wasserbasiert). Raum nicht betreten – Schuhabdrücke!
  • Begehbar mit Socken: Nach 12–24 Stunden. Keine Straßenschuhe!
  • Leichte Möbel (Stühle, Tische): Nach 48–72 Stunden. Filzgleiter unter alle Beine kleben!
  • Schwere Möbel (Schränke, Sofas): Nach 5–7 Tagen. Beim Schieben Möbelgleiter verwenden.
  • Teppiche und Läufer auflegen: Erst nach 2–3 Wochen. Gummierte Rückseiten können mit dem Lack reagieren und Flecken hinterlassen.
  • Volle Härte und Belastbarkeit: Nach 14–28 Tagen. Erst dann ist der Lack vollständig chemisch ausgehärtet.

Gut klimatisierte Räume (18–23 °C, 50–65 % Luftfeuchtigkeit) beschleunigen die Aushärtung. Zugluft und hohe Luftfeuchtigkeit verlangsamen den Prozess erheblich.

7) Schritt 7: Finish & langfristige Parkettlack-Pflege

Ein gut lackierter Parkett ist eine Investition für viele Jahre. Mit der richtigen Pflege hält eine professionelle Parkettlackierung 10–15 Jahre in Wohnräumen und 5–8 Jahre in stark beanspruchten Bereichen wie Flur und Küche. Die wichtigste Regel: Kratzer und Schäden sofort behandeln – durch beschädigte Lackstellen dringt Feuchtigkeit ein und schädigt das Holz darunter.

  • Täglich: Trocken kehren oder saugen mit weicher Bodendüse. Sandkörner und Schleifpartikel sind der Feind Nr. 1 – sie zerkratzen den Lack bei jedem Schritt.
  • Wöchentlich: Leicht feucht wischen mit gut ausgewrungenem Mikrofasertuch und pH-neutralem Parkettreiniger. Kein tropfnasses Wischtuch!
  • Niemals verwenden: Dampfreiniger (zerstört den Lack), Scheuermilch, aggressive Reiniger, übermäßiges Wasser. Wasseransammlungen sofort aufwischen.
  • Filzgleiter: Unter alle Möbelbeine und Stuhlbeine kleben. Regelmäßig prüfen und erneuern – abgenutzte Gleiter kratzen.
  • Kratzerreparatur: Kleine Kratzer mit Parkett-Lackstift ausbessern. Tiefere Schäden: lokal anschleifen und mit Decklack nacharbeiten.
  • Renovierungsintervall: Alle 10–15 Jahre vollständig schleifen und neu lackieren (bei normaler Wohnraumnutzung).

Profi-Tipp: Pflegelack

Zwischen den Komplettrenovierungen können Sie einen Parkett-Pflegelack verwenden: Oberfläche reinigen, leicht anschleifen (320er), eine dünne Schicht Pflegelack auftragen. Das frischt die Oberfläche auf und verlängert die Lebensdauer der Lackierung um 3–5 Jahre – ohne den aufwändigen Komplett-Schliff.

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Abdecken & Abkleben

Häufig gestellte Fragen (10)

Wie oft kann man Parkett schleifen?
Massivparkett kann 5–10 Mal geschliffen werden, je nach Stab- oder Dielenstärke (meist 2–4 mm Schleifzugabe möglich). Mehrschichtparkett (3-Schicht) nur 1–2 Mal. Die Nutzschichtstärke bestimmt den Spielraum.
Kann ich Parkettlack auf gewachsten Parkett auftragen?
Nein. Auf Wachs haftet Lack nicht. Das Wachs muss erst vollständig durch Schleifen entfernt werden. Alternativ spezielle Wachsentferner und dann Grundierung vor dem Lack verwenden.
Wie lange muss ich den Raum nach dem Lackieren lüften?
Wasserbasierte PU-Lacke sind nach 24–48 h gut belüftet. Lösemittelhaltige Lacke benötigen 48–72 Stunden intensive Lüftung. Geruch gilt nicht als Richtwert für Gesundheitsverträglichkeit.
Welcher Parkettlack für Küche?
In Küchen ist Wasserresistenz wichtig. PU-Parkettlacke mit mindestens 3 Schichten bieten guten Schutz. Alternativ Hartwachsöl, das einfacher aufzufrischen ist. Wasseransammlungen immer sofort aufwischen.
Wie erkenne ich ob mein Parkett geölt oder lackiert ist?
Wassertest: Tropfen Sie etwas Wasser auf den Parkett. Perlt es ab und wird das Holz nicht dunkler: lackiert. Zieht es ins Holz und wird es dunkler: geölt oder unbehandelt.
Kann man Parkettlack selbst auftragen?
Ja, mit dem richtigen Werkzeug und genügend Zeit. Schwierigster Teil ist das Schleifen. Für große Flächen oder wertvolles Parkett lohnt sich ein Profi. Schleifmaschinen können bei den meisten Baumärkten gemietet werden.
Was kostet es Parkett neu lackieren zu lassen?
Professionelle Parkettlackierung kostet ca. 15–30 €/m² inkl. Schleifen und 3 Lackschichten. Selbst machen spart Arbeitskosten, Materialkosten liegen bei ca. 3–8 €/m². Maschinenmiete ca. 60–100 €/Tag.
Wie vermeide ich Blasen beim Parkettlack?
Lack nicht zu stark auftragen, keine Druckluft in der Nähe des nassen Lacks, Stachelwalze einsetzen zum Entlüften und bei richtiger Temperatur lackieren (18–23 °C). Lack nicht schütteln – aufrühren reicht.
Welche Lackglanzstufe für Parkett?
Seidenmatt (ca. 30–40 Glanzeinheiten) ist die beliebteste Wahl. Kaschiert Alltagskratzer am besten und wirkt natürlicher. Hochglanz (80+) ist pflegeintensiver. Matt (< 20) für sehr natürliche Optik.
Kann Parkett nach dem Lackieren feucht gewischt werden?
Erst nach vollständiger Aushärtung (2–3 Wochen). Danach mit gut ausgewrungenem Tuch und pH-neutralen Reinigern reinigen. Keine Dampfreiniger – Feuchtigkeit schädigt den Lack langfristig.

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Gold Masker für Fenster/Türen besorgen
Spachtelmasse + Spachtel (für Löcher/Risse)(einzA Handspachtel Dolomit)Kaufen
Schleifpapier 120er + 180er(Friess Handschleifstein K24)Kaufen
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2. Anstrich auftragen
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