Parkettlack auftragen: So frischen Sie alten Parkett professionell auf. Von der Schleifreihenfolge über die richtige Lackwahl bis zur korrekten Auftragstechnik – unsere vollständige Anleitung.
Was Sie brauchen
Werkzeuge
- •Parkettschleifer oder Einscheibenschleifer
- •Stachelwalze
- •Lackierwalze breit
- •Schleifpapier
Materialien
- •Parkettlack
- •Schleifpapier 40/80/120er
- •Grundierlack
- •Staubmaske
1) Überblick – Parkettlack-Typen und die richtige Wahl
Nicht jeder Parkettlack ist gleich. Die Wahl des richtigen Produkts hängt von der Holzart, der Beanspruchung und dem gewünschten Erscheinungsbild ab. PU-Lacke auf Wasserbasis haben sich als Standard durchgesetzt – sie vereinen hohe Härte, Geruchsarmut und Vergilbungsbeständigkeit. Alkydharzlacke bieten zwar höheren Glanz, gilben aber mit der Zeit und sind weniger abriebfest.
| Lacktyp | Vorteile | Einsatz | Aushärtung |
|---|---|---|---|
| PU-Parkettlack (wasserbasiert) | Härtester Schutz, gilbt nicht, schnell trocken | Wohnbereich, Gewerbe | 7–14 Tage |
| Alkydharz-Parkettlack | Hoher Glanz, günstiger | Wenig beanspruchte Bereiche | 14–28 Tage |
| Hartwachsöl (Alternative) | Natürlich, leicht aufzufrischen | Wohnzimmer, Schlafzimmer | 3–7 Tage |
| 2K-PU-Parkettlack | Maximale Härte, für Gewerbe | Gastronomie, Büro, Laden | 5–7 Tage |
Empfehlung
Für die meisten Anwendungen empfehlen wir wasserbasierte PU-Parkettlacke in seidenmatt: Sie gilben nicht, sind schnell trocken, geruchsarm und bieten hervorragende Abriebfestigkeit. Seidenmatt kaschiert Alltagskratzer besser als Hochglanz und wirkt natürlicher.
2) Schritt 1: Untergrund prüfen & Raum vorbereiten
Bevor Sie den Parkettschleifer ansetzen, müssen Sie den Zustand des Parketts prüfen und den Raum entsprechend vorbereiten. Nicht jeder Parkett kann geschliffen werden – zu dünne Nutzschichten oder strukturelle Schäden setzen Grenzen.
- Nutzschicht prüfen: Massivparkett (20+ mm) kann 5–10 Mal geschliffen werden. 3-Schicht-Parkett (2–4 mm Nutzschicht) nur 1–2 Mal. Fertigparkett (0,6–1 mm Nutzschicht) ist oft nicht schleifbar.
- Schadenscheck: Lockere Stäbe verleimen oder nachschrauben. Verquollene Bereiche prüfen (Feuchtigkeitsquelle abstellen). Nagelköpfe unter Oberfläche versenken – der Schleifer fängt sie sonst.
- Raum komplett leerräumen: Alle Möbel, Teppiche und losen Gegenstände entfernen. Sockelleisten demontieren.
- Türspalte abdichten: Schleifstaub setzt sich in der gesamten Wohnung ab. Türspalte mit feuchten Handtüchern oder Klebeband abdichten. Lüftungsschächte abdecken.
- Persönliche Schutzausrüstung: Staubmaske FFP2 (Pflicht!), Gehörschutz bei Bandschleifer, Schutzbrille.
Warnung: Asbest in Altbau-Klebern
In Gebäuden vor 1993 können Parkettkleber Asbest enthalten (schwarzer, teerartiger Kleber). Beim Schleifen wird Asbest freigesetzt! Im Zweifelsfall eine Probe ins Labor schicken, bevor Sie den Schleifer ansetzen. Asbest-Sanierung darf nur von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden.
3) Schritt 2: Parkett schleifen – vom Grobabtrag zum Feinschliff
Das Schleifen ist die aufwändigste und wichtigste Phase der Parkettlackierung. Mit einem gemieteten Parkettschleifer (Bandschleifer für die Fläche, Randschleifer für die Kanten) werden alte Lackschichten, Kratzer und Unebenheiten systematisch abgetragen. Arbeiten Sie immer mit steigender Körnung – niemals einen Schleifgang überspringen.
- 1. Schleifgang – 40er Körnung (diagonal): Grober Abtrag alter Lackschichten und tiefer Kratzer. Schleifrichtung: 45° diagonal zur Faserrichtung für gleichmäßigen Abtrag. Langsam und gleichmäßig führen – zu langes Verweilen erzeugt Mulden.
- 2. Schleifgang – 80er Körnung (in Faserrichtung): Hauptschliff parallel zur Holzmaserung. Entfernt die diagonalen Schleifspuren des Grobschliffs und nivelliert die Oberfläche.
- 3. Schleifgang – 120er Körnung (in Faserrichtung): Feinschliff für eine glatte, gleichmäßige Oberfläche. Das Holz sollte jetzt sichtbar frisch und gleichmäßig hell sein.
- Ränder mit Handschleifer oder Exzenterschleifer nacharbeiten: Der Bandschleifer kommt nicht bis an die Wand. Randschleifer oder Dreieckschleifer für die letzten 5–10 cm verwenden.
- Ecken von Hand schleifen: In Ecken, unter Heizkörpern und an schwer zugänglichen Stellen mit Schleifklotz und Schleifpapier nacharbeiten.
- Schleifstaub vollständig absaugen: Mit Industriestaubsauger gründlich absaugen. Anschließend mit leicht feuchtem Mikrofasertuch die gesamte Fläche nachwischen.
Wichtig: Alle Türen und Luftzufuhren geschlossen halten. Schleifstaub setzt sich in der gesamten Wohnung ab und ruiniert das spätere Lackergebnis. Mindestens 30 Minuten nach dem letzten Schliff warten, bis der Feinstaub sich gesetzt hat.
4) Schritt 3: Grundierlack auftragen
Der Grundierlack (auch Parkettsiegel oder Parkettgrund genannt) erfüllt mehrere Funktionen: Er versiegelt die offenen Holzporen, verhindert das Eindringen des Decklacks in die Holzfasern (was zu ungleichmäßiger Optik führen würde) und schafft eine optimale Haftbrücke für den Decklack.
- Grundierlack gut aufrühren – nicht schütteln. Luftblasen im Lack erzeugen kleine Krater in der Oberfläche.
- Kanten zuerst: Mit einem 100-mm-Flachpinsel alle Ränder und Kanten 5–10 cm breit vorlackieren.
- Fläche mit breiter Lackierrolle (30–40 cm) auftragen: In Faserrichtung des Holzes arbeiten. Dünn und gleichmäßig – keine Pfützen.
- Nass-in-nass arbeiten: Immer im feuchten Bereich ansetzen, keine Ansatzstellen entstehen lassen. Arbeiten Sie sich systematisch vom Fenster zur Tür vor.
- Trocknungszeit: 12–24 Stunden bei 20 °C und 50–65 % Luftfeuchtigkeit. Raum gut belüften, aber keine Zugluft.
Profi-Tipp Staubfrei
Lackieren Sie abends – dann ist die Luft ruhiger und weniger Staub schwebt umher. Vor dem Lackauftrag alle Fenster schließen und 30 Minuten warten, bis aufgewirbelte Staubpartikel sich gesetzt haben. Den Raum nach dem Lackieren nicht mehr betreten bis zum Zwischenschliff.
5) Schritt 4–5: Zwischenschliff & Decklack-Aufbau
Nach dem Trocknen des Grundierlacks fühlt sich die Oberfläche rau an – aufgestellte Holzfasern und eingebundene Staubpartikel müssen durch einen Zwischenschliff entfernt werden. Dann folgen 2 (besser 3) Decklack-Schichten, die den eigentlichen Schutzfilm bilden.
- Zwischenschliff Grundierung – 180er Papier: Leicht über die Oberfläche gleiten. Nur glätten, nicht durchschleifen. Schleifstaub vollständig entfernen.
- Erster Decklack: Dünn und gleichmäßig in Faserrichtung mit Lackierrolle auftragen. Kanten wieder mit Pinsel vorlackieren. Systematisch vom Fenster zur Tür arbeiten.
- Trocknung: 12–24 Stunden. Raum nicht betreten.
- Zwischenschliff Decklack – 240er Papier: Noch leichter schleifen als nach der Grundierung. Nur Staubpunkte und Unebenheiten beseitigen.
- Zweiter Decklack: Nochmals auftragen – jetzt keine Stellen auslassen. Diese Schicht ist das sichtbare Ergebnis.
- Dritter Decklack (empfohlen bei starker Beanspruchung): Flur, Küche, Kinderzimmer und gewerbliche Flächen profitieren von einer dritten Decklackschicht. Nach erneutem Zwischenschliff mit 320er Papier auftragen.
Gesamter Schichtaufbau: 1× Grundierlack → Zwischenschliff → 1. Decklack → Zwischenschliff → 2. Decklack → optional Zwischenschliff → 3. Decklack. Dieser Aufbau entspricht dem professionellen Standard für Parkettlackierungen.
6) Schritt 6: Trocknungszeiten & Nutzungsfreigabe
Die vollständige Aushärtung von Parkettlack dauert deutlich länger als die Oberflächentrocknung. Wer zu früh schwere Möbel aufstellt oder Teppiche auflegt, riskiert bleibende Abdrücke und Beschädigungen in der noch weichen Lackschicht.
- Staubtrocken: 1–2 Stunden (wasserbasiert). Raum nicht betreten – Schuhabdrücke!
- Begehbar mit Socken: Nach 12–24 Stunden. Keine Straßenschuhe!
- Leichte Möbel (Stühle, Tische): Nach 48–72 Stunden. Filzgleiter unter alle Beine kleben!
- Schwere Möbel (Schränke, Sofas): Nach 5–7 Tagen. Beim Schieben Möbelgleiter verwenden.
- Teppiche und Läufer auflegen: Erst nach 2–3 Wochen. Gummierte Rückseiten können mit dem Lack reagieren und Flecken hinterlassen.
- Volle Härte und Belastbarkeit: Nach 14–28 Tagen. Erst dann ist der Lack vollständig chemisch ausgehärtet.
Gut klimatisierte Räume (18–23 °C, 50–65 % Luftfeuchtigkeit) beschleunigen die Aushärtung. Zugluft und hohe Luftfeuchtigkeit verlangsamen den Prozess erheblich.
7) Schritt 7: Finish & langfristige Parkettlack-Pflege
Ein gut lackierter Parkett ist eine Investition für viele Jahre. Mit der richtigen Pflege hält eine professionelle Parkettlackierung 10–15 Jahre in Wohnräumen und 5–8 Jahre in stark beanspruchten Bereichen wie Flur und Küche. Die wichtigste Regel: Kratzer und Schäden sofort behandeln – durch beschädigte Lackstellen dringt Feuchtigkeit ein und schädigt das Holz darunter.
- Täglich: Trocken kehren oder saugen mit weicher Bodendüse. Sandkörner und Schleifpartikel sind der Feind Nr. 1 – sie zerkratzen den Lack bei jedem Schritt.
- Wöchentlich: Leicht feucht wischen mit gut ausgewrungenem Mikrofasertuch und pH-neutralem Parkettreiniger. Kein tropfnasses Wischtuch!
- Niemals verwenden: Dampfreiniger (zerstört den Lack), Scheuermilch, aggressive Reiniger, übermäßiges Wasser. Wasseransammlungen sofort aufwischen.
- Filzgleiter: Unter alle Möbelbeine und Stuhlbeine kleben. Regelmäßig prüfen und erneuern – abgenutzte Gleiter kratzen.
- Kratzerreparatur: Kleine Kratzer mit Parkett-Lackstift ausbessern. Tiefere Schäden: lokal anschleifen und mit Decklack nacharbeiten.
- Renovierungsintervall: Alle 10–15 Jahre vollständig schleifen und neu lackieren (bei normaler Wohnraumnutzung).
Profi-Tipp: Pflegelack
Zwischen den Komplettrenovierungen können Sie einen Parkett-Pflegelack verwenden: Oberfläche reinigen, leicht anschleifen (320er), eine dünne Schicht Pflegelack auftragen. Das frischt die Oberfläche auf und verlängert die Lebensdauer der Lackierung um 3–5 Jahre – ohne den aufwändigen Komplett-Schliff.
Passende Produkte im Shop
Alle Größen und Varianten direkt bei Proma Farben — schnelle Lieferung nach Hamburg und deutschlandweit.

Aqua PU Parkettlack seidenmatt

Caparol Capacryl PU-Matt 0,75 L

Caparol Capacryl PU-Matt 2,5 L

Capadur NQG Wetterschutzfarbe 2,5 L

Capadur NQG Wetterschutzfarbe 5 L Eimer

Capadur NQG Wetterschutzfarbe 10 L Eimer

Caparol Holzlasur wässrig 0,75 L

Caparol Holzlasur wässrig 2,5 L

Caparol Capalac Express 0,75 L

Caparol Capalac Express 2,5 L

Capadur Holzschutzgrund 2,5 L

Capadur Holzschutzgrund 5 L Eimer
Empfohlenes Werkzeug von Friess Techno
Profi-Werkzeuge von unserem Premium-Partner Friess Techno.
Abdecken & Abkleben
Häufig gestellte Fragen (10)
Wie oft kann man Parkett schleifen?
Kann ich Parkettlack auf gewachsten Parkett auftragen?
Wie lange muss ich den Raum nach dem Lackieren lüften?
Welcher Parkettlack für Küche?
Wie erkenne ich ob mein Parkett geölt oder lackiert ist?
Kann man Parkettlack selbst auftragen?
Was kostet es Parkett neu lackieren zu lassen?
Wie vermeide ich Blasen beim Parkettlack?
Welche Lackglanzstufe für Parkett?
Kann Parkett nach dem Lackieren feucht gewischt werden?
Materialrechner
Berechne wie viel Material du für dein Projekt brauchst.
Renovierungs-Checkliste
0/25
Tipp: Drucke die Checkliste aus und komm damit in unser Geschäft — Bahrenfelder Chaussee 80, 22761 Hamburg
Besuchen Sie uns im Geschäft
Proma Farben
Bahrenfelder Chaussee 80
22761 Hamburg
Öffnungszeiten
Mo\u2013Fr: 7:00\u201317:00 Uhr
Sa: 9:00\u201313:00 Uhr
Tel: 040 / 556 3
WhatsApp: 040 / 556 3











