Holzlasur richtig auftragen – so schützen und veredeln Sie Holz im Innen- und Außenbereich. Unsere Profi-Anleitung zeigt alle Schritte von der Untergrundvorbereitung bis zur richtigen Pflegebehandlung.
Was Sie brauchen
Werkzeuge
- •Flachpinsel 60mm
- •Schleifpapier
- •Abdeckfolie
- •Schutzhandschuhe
Materialien
- •Holzlasur
- •Holzgrund
- •Schleifpapier 80er/120er/180er
- •Lösungsmittel
1) Überblick – Lasur, Lack oder Öl: Was schützt Ihr Holz am besten?
Bevor Sie zum Pinsel greifen, müssen Sie das richtige Produkt wählen. Holzlasuren unterscheiden sich grundlegend von Lacken und Ölen – sowohl in der Wirkungsweise als auch im Erscheinungsbild. Eine Lasur dringt tief in die Holzfasern ein und schützt von innen heraus, während die natürliche Maserung sichtbar bleibt. Das Holz kann weiterhin atmen und Feuchtigkeit regulieren. Ein Lack hingegen bildet eine geschlossene Schutzschicht auf der Oberfläche – höhere Härte, aber keine sichtbare Maserung.
- Dünnschichtlasur (Imprägnierung): Dringt tief ein, bildet keinen Film, ideal als Erstbehandlung auf neuem Holz
- Dickschichtlasur: Bildet einen dünnen Schutzfilm auf der Oberfläche, besserer Wetterschutz, für Fenster und Türen
- Wasserbasierte Lasur: Geruchsarm, schnell trocken, ideal für Innenbereich – leicht vergilbungsbeständig
- Lösemittelhaltige Lasur: Tiefere Penetration, besserer UV-Schutz, bevorzugt für Außenbereich
- Außenbereich: Lasuren mit UV-Filterung und Bioziden gegen Schimmel und Bläuepilz verwenden
- Innenbereich: Lösemittelarme Wasserbasislasuren bevorzugen – achten Sie auf den Blauen Engel
Profi-Tipp
Für druckimprägniertes Holz (grünlich gefärbtes Konstruktionsholz) eignen sich ausschließlich Dünnschichtlasuren. Das Holz arbeitet noch stark, und filmbildende Dickschichtlasuren würden aufbrechen und abblättern. Warten Sie außerdem mindestens 6 Monate nach der Imprägnierung, bevor Sie lasieren.
2) Schritt 1: Untergrund vorbereiten – Schleifen, Reinigen, Entfetten
Die Qualität der Untergrundvorbereitung bestimmt zu 80 %, wie lange Ihre Lasur hält. Altes Holz mit verwitterten oder abgeblätterten Schichten erfordert gründliche Vorarbeit. Aber auch neues Holz muss trocken, sauber und staubfrei sein. Investieren Sie hier ausreichend Zeit – jede Minute Vorbereitung spart Ihnen Stunden Nacharbeit.
- Grober Abtrag (80er Körnung): Alte, abblätternde Lasurreste, vergrautes Holz und tiefe Kratzer mit 80er Schleifpapier in Faserrichtung entfernen. Bei stark verwittertem Holz: Exzenterschleifer verwenden.
- Glätten (120er Körnung): Die gesamte Fläche gleichmäßig in Faserrichtung schleifen. Schleifspuren der 80er Körnung werden jetzt beseitigt. Pressen Sie nicht zu stark auf – lassen Sie das Schleifpapier arbeiten.
- Feinschliff (180er Körnung): Abschließend die Oberfläche mit 180er Papier glätten. Dieser Schritt öffnet die Holzporen optimal für die Aufnahme der Lasur.
- Entfetten: Harzige Stellen (bei Kiefer, Fichte, Lärche) mit Nitroverdünnung oder Terpentinersatz abtupfen. Harznester mit Spachtel vorsichtig abtragen.
- Staub entfernen: Schleifstaub vollständig absaugen und anschließend mit einem leicht angefeuchteten Baumwolltuch abwischen. Kein nasses Tuch – das quillt die Fasern auf.
- Holzfeuchte messen: Maximal 15 % für Außenbereich, maximal 12 % für Innenbereich. Bei höheren Werten: Holz weiter trocknen lassen.
| Holzzustand | Schleiffolge | Zeitaufwand pro m² |
|---|---|---|
| Neues, unbehandeltes Holz | 120er → 180er | ca. 5 Minuten |
| Alt, verwittert, aber fest | 80er → 120er → 180er | ca. 10–15 Minuten |
| Abgeblätterte Altbeschichtung | 60er → 80er → 120er → 180er | ca. 15–25 Minuten |
| Schimmelflecken sichtbar | Schimmelentferner → trocknen → 80er → 120er → 180er | ca. 20–30 Minuten |
3) Schritt 2: Grundierung / Holzschutzgrund auftragen
Der Holzschutzgrund ist kein optionaler Schritt – er ist die Basis für langlebigen Holzschutz. Er dringt tief in die Holzporen ein, verbessert die Haftung der Lasur erheblich und versiegelt Harzkanäle, die bei Nadelhölzern später hässliche Verfärbungen verursachen würden. Außerdem enthält eine gute Grundierung biozide Wirkstoffe gegen Bläuepilz und Schimmel.
- Holzgrund gut aufrühren (nicht schütteln – Schaumbildung vermeiden). Das Produkt muss homogen und klumpenfrei sein.
- Mit breitem Flachpinsel (60–80 mm) dünn und vollflächig einarbeiten. Arbeiten Sie dabei in Faserrichtung. Der Grundierung darf nicht zu dick aufliegen – sie soll ins Holz eindringen, nicht darauf liegen.
- Stirnholz (Hirnholz) doppelt behandeln: An Schnittkanten und Stirnflächen saugt Holz 5–10 Mal mehr Flüssigkeit auf als in Faserrichtung. Hier einen zweiten Auftrag nach 30 Minuten aufbringen.
- Stark saugendes Holz (z. B. alte, poröse Bretter): Eine zweite Grundierschicht nach 2 Stunden aufbringen, wenn die erste vollständig eingezogen ist.
- Trocknungszeit einhalten: Mindestens 4–6 Stunden bei 20 °C und 50 % Luftfeuchtigkeit. Bei kühlerem Wetter oder hoher Luftfeuchtigkeit: 8–12 Stunden warten.
Profi-Tipp
Mischen Sie für den ersten Lasurauftrag 10–20 % Lösungsmittel (Wasser bei wasserbasierten, Terpentinersatz bei lösemittelhaltigen Produkten) unter. So dringt die Erstbeschichtung noch tiefer ein und verbessert den Langzeitschutz spürbar. Diese Technik wird im professionellen Malerbetrieb standardmäßig angewendet.
4) Schritt 3: Zwischenschliff nach der Grundierung
Nach dem Trocknen der Grundierung fühlt sich die Holzoberfläche rau an. Das liegt daran, dass die Feuchtigkeit der Grundierung die Holzfasern aufgerichtet hat – ein ganz normaler Vorgang, den Profis als „Faserstehen" bezeichnen. Der Zwischenschliff beseitigt diese aufstehenden Fasern und schafft eine perfekt glatte Oberfläche für den Lasurauftrag.
- 180er Schleifpapier verwenden: Nur leicht über die Oberfläche gleiten – Sie wollen glätten, nicht abtragen. Der Schleifdruck sollte nicht größer sein als das Eigengewicht Ihrer Hand.
- In Faserrichtung arbeiten: Quer zur Faser geschliffene Stellen werden unter der Lasur als helle Streifen sichtbar.
- Grundierung nicht durchschleifen: Achten Sie darauf, die Grundierschicht nicht komplett abzutragen. Ziel ist nur das Glätten der Oberfläche.
- Schleifstaub vollständig entfernen: Absaugen und mit leicht feuchtem Tuch nachwischen. Zwischen Schleifen und Lasurauftrag maximal 2–3 Stunden vergehen lassen, damit sich kein neuer Staub absetzt.
Häufiger Fehler
Viele Heimwerker überspringen den Zwischenschliff, weil die Oberfläche nach der Grundierung „ja noch gut aussieht". Das rächt sich beim Lasurauftrag: Die aufstehenden Fasern erzeugen eine raue, ungleichmäßige Oberfläche und die Lasur haftet schlechter. Dieser Schritt dauert nur 5–10 Minuten pro Quadratmeter – überspringen Sie ihn nie.
5) Schritt 4: Erster Lasur-Anstrich – Technik & Auftrag
Jetzt kommt der eigentliche Lasurauftrag. Verwenden Sie einen hochwertigen Flachpinsel (60–100 mm Breite) mit feinen, gesplissten Borstenspitzen. Für große Flächen wie Zaunfelder oder Fassadenbretter kann auch eine Schaumstoff-Rolle mit kurzem Flor verwendet werden. Die Lasur muss gleichmäßig und dünn aufgetragen werden – dickere Schichten trocknen nicht richtig und können klebrig bleiben.
- Lasur gut aufrühren – mindestens 2 Minuten mit einem Rührstab. Nicht schütteln, das erzeugt Luftblasen, die später als kleine Krater in der Oberfläche sichtbar werden.
- Erste Schicht dünn in Faserrichtung auftragen: Den Pinsel nur halb eintauchen, überschüssige Lasur am Dosenrand abstreifen. In langen, gleichmäßigen Bahnen arbeiten.
- Ablaufnasen sofort ausstreichen: Prüfen Sie nach jedem Meter die Fläche im Streiflicht. Nasen und Tropfen mit dem trockenen Pinsel gleichmäßig verteilen.
- Nass-in-nass arbeiten: Setzen Sie jeden neuen Pinselstrich im noch feuchten Bereich an. Überlappungen auf bereits angetrockneten Stellen erzeugen sichtbare Ansatzstellen.
- Kanten und Profilierungen zuerst: Arbeiten Sie Profile, Kanten und schwer zugängliche Stellen mit einem schmalen Rundpinsel (25 mm) vor, dann die Flächen nachziehen.
Wichtig bei Außenarbeiten
Nicht bei direkter Sonneneinstrahlung, Regen oder unter 8 °C auftragen. Ideale Bedingungen: 15–25 °C, trockene Witterung, bewölkter Himmel. Frisch aufgetragene Lasur mindestens 24 Stunden vor Regen schützen. Im Sommer morgens oder abends streichen, wenn die Sonne nicht direkt auf die Fläche scheint.
6) Schritt 5: Trocknungszeit & Zwischenschliff vor dem zweiten Anstrich
Die Trocknungszeit zwischen den Lasurschichten ist entscheidend für ein professionelles Ergebnis. Zu frühes Überstreichen führt zu Anlösungen der ersten Schicht, Blasenbildung und schlechter Haftung. Zu langes Warten (über 48 Stunden) kann die Haftung der zweiten Schicht ebenfalls verschlechtern – dann ist ein erneuter Zwischenschliff Pflicht.
- Trocknungszeit abwarten: Wasserbasierte Lasuren: mindestens 6–8 Stunden. Lösemittelhaltige Lasuren: mindestens 12–24 Stunden. Prüfung: Die Oberfläche fühlt sich trocken an und riecht kaum noch.
- Leichter Zwischenschliff mit 240er–320er Papier: Nur die Oberfläche glätten – Staubeinschlüsse und aufstehende Fasern entfernen. Druck: Handgewicht, nicht mehr.
- Schleifstaub vollständig entfernen: Absaugen, dann mit Staubbindetuch (Tack Cloth) oder leicht feuchtem Baumwolltuch abwischen.
- Oberfläche auf Mängel prüfen: Ablaufnasen, Tropfenreste oder ungleichmäßige Stellen jetzt korrigieren, bevor die zweite Schicht aufgetragen wird.
| Lasurtyp | Staubtrocken | Überlasierbar | Vollständig durchgetrocknet |
|---|---|---|---|
| Wasserbasiert | 2–4 Stunden | 6–8 Stunden | 12–24 Stunden |
| Lösemittelhaltig | 6–8 Stunden | 12–24 Stunden | 24–48 Stunden |
7) Schritt 6: Zweiter und ggf. dritter Lasur-Anstrich
Mehrere dünne Schichten bieten deutlich besseren Schutz als eine dicke. Jede Schicht dringt tiefer in die vorherige ein und baut so einen kumulativen Schutzfilm auf. Im Innenbereich genügen in der Regel 2 Schichten, im Außenbereich sind mindestens 3 Schichten Pflicht – besonders an stark exponierten Stellen wie Südfassaden, waagrechten Flächen und Stirnholz.
- Zweiter Anstrich: Exakt wie den ersten auftragen – dünn, gleichmäßig, in Faserrichtung. Die zweite Schicht baut den eigentlichen Farbton auf und verstärkt den UV-Schutz.
- Für Außenholz – dritter Anstrich: Nach erneutem Zwischenschliff mit 320er Papier eine dritte Schicht auftragen. Besonders wichtig an: Stirnholz, waagrechten Flächen (z. B. Fensterbänke), Südseiten und bodennahen Bereichen.
- Gleichmäßigkeit prüfen: Kontrollieren Sie im Streiflicht, ob die Farbintensität überall gleichmäßig ist. Dünnere Stellen erkennen Sie an hellerem Farbton.
- Letzte Schicht besonders sorgfältig: Die finale Schicht bestimmt das Erscheinungsbild. Arbeiten Sie langsam, vermeiden Sie Pinselstriche und Nasen.
Profi-Tipp Schichtenzahl
Professionelle Malerbetriebe arbeiten im Außenbereich standardmäßig mit 4 Schichten: 1× Grundierung, 1× Imprägnierung (verdünnt), 2× Decklasur. Diese Systematik bietet maximalen Langzeitschutz und kann die Renovierungsintervalle von 3 auf 5–7 Jahre verlängern.
8) Schritt 7: Finish & langfristige Pflege
Die vollständige Aushärtung einer Lasur dauert je nach Produkt und Umgebungsbedingungen 7–14 Tage. In dieser Zeit ist die Oberfläche zwar trocken, aber noch nicht voll belastbar. Behandeln Sie frisch lasiertes Holz in dieser Phase besonders vorsichtig – keine schweren Gegenstände anlehnen, keine Folien auflegen und keine mechanische Belastung.
- Vollständige Aushärtung: 14 Tage bei 20 °C. In kühlen Räumen oder im Außenbereich bei niedrigen Temperaturen: bis zu 28 Tage.
- Auffrischungsintervall Außen: Alle 2–3 Jahre auffrischen. Südexponierte Flächen und waagrechte Bereiche jährlich prüfen.
- Auffrischungsintervall Innen: Alle 5–10 Jahre oder bei sichtbarer Ausbleichung.
- Auffrischung ohne Komplett-Schliff: Das ist der große Vorteil von Lasur gegenüber Lack. Oberfläche reinigen, leicht anschleifen (180er), eine frische Lasurschicht auftragen – fertig.
- Schimmelflecken sofort behandeln: Nicht überstreichen! Erst mit Schimmelentferner behandeln, vollständig trocknen lassen, dann nacharbeiten.
- Holzvergrauung entfernen: Graue Stellen mit speziellem Entgrauer behandeln. Danach leicht anschleifen und frisch lasieren.
Gut gepflegtes, regelmäßig lasiertes Holz hält über Jahrzehnte. Die Investition in Qualitätslasur und konsequente Pflege zahlt sich langfristig aus – sowohl optisch als auch finanziell.
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Häufig gestellte Fragen (10)
Wie viele Schichten Holzlasur sind nötig?
Kann ich Lasur über alten Lack auftragen?
Was ist der Unterschied zwischen Imprägnierung und Dickschichtlasur?
Wie lange muss Holz trocknen bevor ich lasiere?
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