Dispersionsfarbe, Latexfarbe, Silikatfarbe oder Kreidefarbe? Welche Wandfarbe für Küche, Bad, Wohnzimmer und Kinderzimmer — plus vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Was Sie brauchen
Werkzeuge
- •Farbroller 25 cm
- •Eckenroller 5 cm
- •Abstreifgitter
- •Teleskopstange
- •Malerpinsel 50 mm
- •Malerschale
Materialien
- •Wandfarbe (Klasse 1 Deckkraft)
- •Tiefengrund
- •Spachtelmasse
- •Abdeckvlies
- •Malerkrepp 38 mm
- •Schleifpapier 120er
1) Welche Wandfarbe für welchen Raum?
Die Wahl der richtigen Wandfarbe hängt vom Raum und seinen Anforderungen ab. Nicht jede Farbe eignet sich für jede Situation — hier der Überblick:
| Farbentyp | Eigenschaften | Ideal für |
|---|---|---|
| Dispersionsfarbe | Günstig, gut deckend, geruchsarm, einfach verarbeitbar | Wohnzimmer, Schlafzimmer, Flur |
| Latexfarbe | Abwaschbar, feuchtigkeitsbeständig, Nassabrieb Klasse 1 | Küche, Bad, Kinderzimmer, Flur |
| Silikatfarbe | Mineralisch, diffusionsoffen, schimmelresistent, langlebig | Keller, Altbau, feuchte Räume |
| Kreidefarbe | Samtig-matt, Vintage-Optik, leicht schleifbar | Möbel, Akzentwände, Vintage-Stil |
Profi-Tipp: Nassabriebklasse beachten
Klasse 1 (höchste Beständigkeit) ist für Küche, Bad und Kinderzimmer Pflicht. Klasse 3–4 reicht für Wohnbereiche. Achten Sie auf die Kennzeichnung auf der Verpackung.
2) Deckkraft-Klassen: Was bedeuten sie?
Die Deckkraft bestimmt, wie viele Anstriche Sie benötigen. Hochwertige Farben sind oft günstiger als billige — wenn man alle Anstriche einrechnet.
- Klasse 1 (≥ 99,5 % Deckkraft): Ein Anstrich genügt — perfekt für Farbwechsel. Beispiel: einzA Wandfarbe 333, Caparol Indeko Plus
- Klasse 2 (98–99,5 %): Zwei Anstriche nötig — guter Standard
- Klasse 3 (95–98 %): Oft drei Anstriche nötig — für Renovierungen
- Klasse 4 (< 95 %): Schlechte Deckkraft — nur für Überholungen geeignet
Rechnung: Klasse 1 ist günstiger
1 Liter Klasse-1-Farbe à 4 € = 1 Anstrich. 1 Liter Klasse-3-Farbe à 1,50 € = 3 Anstriche nötig = 4,50 € für dieselbe Fläche — plus doppelte Arbeitszeit.
3) Schritt 1: Raum richtig vorbereiten
Die Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis. Viele Heimwerker unterschätzen diesen Schritt — dabei ist er genauso wichtig wie das eigentliche Streichen.
- Möbel ausräumen oder abdecken: Alle Möbel aus dem Raum räumen, die bewegt werden können. Schwere Möbel zur Raummitte schieben und mit einer Baufolie (4×5 m) abdecken. Folie mit Klebeband fixieren.
- Boden schützen: Den gesamten Boden mit Abdeckvlies (Malervlies, nicht Folie — rutschsicherer) auslegen. Vlies mit Malerkrepp am Fußleisten-Übergang fixieren. Vinylböden und Parkett sind besonders empfindlich.
- Fenster- und Türrahmen abkleben: Mit 38 mm Malerkrepp alle Fensterrahmen, Türzargen und Türblätter sorgfältig abkleben. Das Klebeband direkt an die Wand-Anschlusslinie drücken — ein kleiner Spalt führt zu Farbkanten. Tipp: Krepp mit einem Spachtel oder Fingernagel andrücken, damit keine Farbe unterläuft.
- Steckdosen und Schalter abkleben: Lichtschalter-Rahmen und Steckdosen-Abdeckungen mit Krepp schützen oder ausbauen (Strom vorher abschalten!). Heizkörperventile ebenfalls abkleben.
- Lüftung sicherstellen: Fenster leicht öffnen. Optimale Bedingungen: 15–22 °C, 50–60 % Luftfeuchtigkeit. Nicht bei extremer Hitze, Zugluft oder Frost streichen.
Profi-Tipp
Alle Werkzeuge bereitlegen bevor es losgeht: Roller, Pinsel, Abstreifgitter, Farbeimer — so müssen Sie nicht mitten in der Arbeit aufhören. Farbe nicht direkt aus dem Eimer, sondern in eine Malerschale füllen.
4) Schritt 2: Untergrund prüfen & Spachtelarbeiten
Ein guter Untergrund ist die Grundvoraussetzung für einen dauerhaften Anstrich. Streichen Sie nie auf unbehandelten Untergrund — die neue Farbe hält nicht.
- Wischtest machen: Mit einem feuchten weißen Lappen über die Wand wischen. Färbt der Lappen weiß ab (Kreide), ist der Untergrund saugend und braucht Tiefengrund. Blättert Farbe ab, muss sie vollständig entfernt werden.
- Risse und Löcher füllen: Kleine Risse (bis 2 mm) mit Spachtelmasse (Fertigspachtel) auffüllen. Spachtel mit einem Spachtelwerkzeug in die Risse drücken, leicht überstehen lassen. Größere Risse zuerst mit Faser-Klebeband überkleben, dann verspachteln — das verhindert erneutes Reißen.
- Dübellöcher schließen: Alte Dübellöcher mit Spachtelmasse oder Reparaturspachtel füllen. Mit dem Spachtel bündig zur Wand abziehen.
- Trocknen lassen und schleifen: Spachtelmasse mindestens 4–6 Stunden trocknen lassen (besser über Nacht). Dann mit 120er Schleifpapier die gespachtelten Stellen glattschleifen, bis sie mit der Wandfläche bündig sind.
- Staub entfernen: Geschliffene Stellen und die gesamte Wand mit einem leicht feuchten Tuch oder einem trockenen Malerpinsel abstauben. Auf Staubfreiheit achten — Staub in der Farbe sieht man später deutlich.
| Untergrund | Problem | Lösung |
|---|---|---|
| Neuer Putz / Gipskarton | Stark saugend | Tiefengrund, mind. 12 h trocknen |
| Alter Dispersionsanstrich | Möglicherweise kreident | Wischtest → ggf. Tiefengrund |
| Raufasertapete | Saugend an Reparaturstellen | Direkt streichen, Flecken sperren |
| Nikotinflecken / Wasserflecken | Scheinen durch die neue Farbe | Flecksperrgrund auftragen |
5) Schritt 3: Wann und wie Tiefengrund auftragen
Tiefengrund ist kein Luxus, sondern Pflicht auf bestimmten Untergründen. Er verbessert die Haftung der Farbe, reduziert die Saugfähigkeit und sorgt für ein gleichmäßiges Ergebnis.
Wann ist Tiefengrund nötig?
- Neuer Putz oder Gipskartonplatten (stark saugend)
- Gespachtelte Stellen (unterschiedliche Saugfähigkeit)
- Untergrund kreidet beim Wischtest
- Großflächige Renovierungen mit vielen Ausbesserungen
So tragen Sie Tiefengrund auf:
- Tiefengrund mit Wasser verdünnen (laut Herstellerangabe, meist 1:5 bis 1:10)
- Mit Farbroller gleichmäßig auf der gesamten Wandfläche auftragen
- Ecken und Kanten mit Pinsel vorstreichen
- Mindestens 12–24 Stunden vollständig trocknen lassen (bei neuen Putzen sogar länger)
- Erst danach mit dem Farbanstrich beginnen
Profi-Tipp
Auf gespachtelten Stellen immer Tiefengrund auftragen — auch wenn der Rest des Untergrunds gut ist. Gespachtelte Stellen saugen anders als die umliegende Wand und erzeugen sonst sichtbare Glanzunterschiede nach dem Anstrich.
6) Schritt 4: Erster Anstrich — Technik für streifenfreie Wände
Der erste Anstrich ist der wichtigste. Falsche Technik führt zu Streifen, Flecken und ungleichmäßiger Deckkraft. Mit der richtigen Methode gelingt er mühelos.
- Ecken und Kanten vorstreichen: Mit einem 50-mm-Pinsel alle Ecken, Kanten, Fensterbereiche und Übergänge zur Decke vorstreichen. Ca. 5–8 cm breit. Dies ist die wichtigste Vorbereitung — der Roller kommt nicht in alle Winkel.
- Roller vorbereiten: Roller mit der richtigen Flortiefe wählen: 12 mm für glatte Wände, 18–25 mm für Raufaser oder strukturierte Flächen. Roller in Farbe tauchen und im Abstreifgitter gleichmäßig abrollen — kein tropfender Roller.
- W-Technik anwenden: Farbe auf der Wand in einem großen W verteilen (ca. 60×60 cm Bereich), dann mit gleichmäßigem Druck ausrollen — vertikal, ohne abzusetzen. Bahnen leicht überlappen.
- Immer nass in nass: Nie in bereits angetrocknete Bereiche zurückstreichen. Von einer Seite zur anderen durcharbeiten — immer in die feuchte Kante fahren.
- In Richtung Lichteinfall arbeiten: Vom Fenster weg streichen. So erkennen Sie Streifen und unbearbeitete Stellen sofort.
Profi-Tipp: Roller-Flortiefe
Für weiße Wandfarbe auf Raufaser: 18–22 mm Flor, Länge 25 cm. Für glatte Wände oder Decken: 12 mm Flor. Für Fassaden: 25 mm Langflor-Roller.
7) Schritt 5: Zweiter Anstrich & Trocknungszeiten
Für ein professionelles, dauerhaftes Ergebnis sind bei den meisten Farben zwei Anstriche notwendig — auch bei Klasse-1-Farben empfehlen Profis immer zwei Schichten.
Trocknungszeiten einhalten:
- Staubtrocken: nach 1–2 Stunden (kein Staub mehr klebt an)
- Überstreichbar: nach 4–6 Stunden (zweiter Anstrich möglich)
- Vollständig durchgetrocknet: nach 24–48 Stunden (Möbel aufstellen)
- Vollständig ausgehärtet: nach 2–4 Wochen (volle Waschbeständigkeit)
Zweiter Anstrich:
- Mindestens 4–6 Stunden nach dem ersten Anstrich warten (besser über Nacht)
- Quer zum ersten Anstrich arbeiten (90° versetzt) — so werden eventuelle Streifen des ersten Anstrichs abgedeckt
- Gleiche Technik wie beim ersten Anstrich
- Malerkrepp noch vor dem vollständigen Trocknen entfernen — im 45°-Winkel langsam abziehen
Wichtig: Malerkrepp rechtzeitig entfernen
Entfernen Sie das Abklebeband noch solange die Farbe leicht feucht ist — nicht wenn sie komplett getrocknet ist. Sonst reißt die Farbe an der Kante und hinterlässt unschöne Risse.
8) Was kostet Wandfarbe? Preisvergleich 2026
Der Preis variiert stark je nach Qualitätsstufe. Die günstigste Option ist nicht immer die wirtschaftlichste — mehr Anstriche bedeuten mehr Zeitaufwand und mehr Farbe.
| Stufe | Preis/L | Anstriche | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Budget | 0,80–1,50 € | 2–3 nötig | Baumarkt-Eigenmarke |
| Standard | 2–3,50 € | 2 nötig | Caparol CapaDIN |
| Premium | 3,50–6 € | 1 Anstrich | einzA 333, Indeko Plus |
Verbrauch berechnen: 150–200 ml pro m² pro Anstrich. Für einen 20 m²-Raum (ca. 50 m² Wandfläche inkl. Decke) benötigen Sie bei 2 Anstrichen: 50 m² × 0,2 L × 2 = 20 Liter. Kaufen Sie immer 10–15 % mehr für Nachbesserungen.
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einzA Wandfarbe 333

Caparol CapaDIN 12,5L

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Häufig gestellte Fragen (10)
Wie viel Wandfarbe brauche ich?
Muss ich vor dem Streichen grundieren?
Wie lange trocknet Wandfarbe zwischen den Anstrichen?
Wie viele Anstriche brauche ich?
Welche Wandfarbe für Küche und Bad?
Was ist der Wischtest?
Wann Malerkrepp entfernen?
Wie verhindere ich Streifen?
Kann man Wandfarbe überstreichen?
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