Tapete auf Tapete – Wann geht es & was ist zu beachten?
Anleitung

Tapete auf Tapete – Wann geht es & was ist zu beachten?

Proma Farben Redaktion7. April 202613 Min. Lesezeit

Tapete auf Tapete kleben spart Zeit und Aufwand — aber es ist nicht immer möglich. Wir erklären, wann es funktioniert, wann es riskant ist und worauf Sie achten müssen.

Was Sie brauchen

Werkzeuge

  • Druckroller
  • Tapezierspachtel

Materialien

  • Tapetenkleister
  • Tiefengrund

Überblick: Übertapezieren — Risiko oder Abkürzung?

Die Versuchung ist groß: Statt mühsam die alte Tapete zu entfernen, einfach die neue darüber kleben. In manchen Fällen funktioniert das tatsächlich — aber in vielen Fällen führt es zu Problemen, die mehr Arbeit verursachen als die eingesparte Zeit. Entscheidend ist eine ehrliche Beurteilung des Untergrunds.

Grundsätzlich gilt: Profis entfernen die alte Tapete immer. Das Übertapezieren ist ein Kompromiss, der unter bestimmten Bedingungen akzeptabel ist, aber nie die optimale Lösung darstellt. In dieser Anleitung erfahren Sie, wann es funktioniert, wann Sie besser die Finger davon lassen und wie Sie vorgehen, wenn Sie sich für das Übertapezieren entscheiden.

Schritt 1: Alte Tapete prüfen — geht es oder nicht?

Vor dem Übertapezieren müssen Sie die alte Tapete systematisch prüfen. Gehen Sie die gesamte Wandfläche ab und testen Sie an mindestens 10 verschiedenen Stellen:

  • Drucktest: Drücken Sie fest auf die Tapete — hören Sie ein Knarzen oder spüren Sie Bewegung? Dann haftet die Tapete nicht mehr ausreichend.
  • Zugtest: Ziehen Sie an Ecken und Nähten — löst sich etwas? Dann ist die Haftung zu schwach.
  • Lagentest: Wie viele Lagen Tapete sind vorhanden? Mehr als eine alte Lage → entfernen.
  • Strukturtest: Ist die alte Tapete stark strukturiert (z. B. grobe Raufaser)? Die Struktur zeichnet sich unter der neuen Tapete ab.
  • Beschichtungstest: Ist die alte Tapete beschichtet (Vinyl, abwaschbar)? Beschichtete Tapeten bieten keine Haftgrundlage für Kleister.
SituationEmpfehlung
Eine Lage, fest haftend, glattÜbertapezieren möglich
Mehrere alte LagenAlle Lagen entfernen
Feuchtigkeit oder SchimmelSanierung + neue Tapete
Stark strukturiert (grobe Raufaser)Entfernen für glatte Basis
Vinyl- oder FolientapeteEntfernen, schlechte Haftung

Schritt 2: Alte Tapete als Untergrund vorbereiten

Wenn die Voraussetzungen für das Übertapezieren erfüllt sind, muss die alte Tapete dennoch vorbereitet werden. Reparieren Sie alle losen Kanten und Nähte: Streichen Sie Kleister unter die losen Stellen, drücken Sie sie fest und lassen Sie alles vollständig trocknen.

  1. Lose Kanten und Nähte mit Kleister fixieren und trocknen lassen.
  2. Vorstehende Nähte und Kanten leicht anschleifen (K120), damit die neue Tapete glatt aufliegt.
  3. Flecken (Wasser-, Fett- oder Nikotinflecken) mit einem Fleckensperr-Primer absperren — sonst bluten sie durch die neue Tapete.
  4. Tiefengrund dünn über die gesamte alte Tapete auftragen — er egalisiert die Saugfähigkeit und verbessert die Haftung des neuen Kleisters.
  5. Tiefengrund vollständig trocknen lassen (4–8 Stunden).

Profi-Tipp

Verwenden Sie beim Übertapezieren etwas mehr Kleister als normal — die alte Tapete saugt zusätzlichen Kleister, da sie anders reagiert als eine grundierte Wand. Lieber etwas mehr als zu wenig.

Schritt 3: Kleister anrühren & neue Tapete zuschneiden

Rühren Sie den Kleister gemäß Packungsanweisung an — eher etwas dicker als normal, da die alte Tapete mehr Kleister aufnimmt. Schneiden Sie die neuen Bahnen mit dem üblichen Überstand von 5 cm oben und unten zu.

Ein wichtiger Unterschied zum normalen Tapezieren: Positionieren Sie neue Nähte wenn möglich nicht über den alten Nähten. Versetzen Sie die neuen Bahnen um einige Zentimeter — so liegen alte und neue Nähte nicht übereinander und die alten Nähte zeichnen sich weniger ab.

Wichtig

Testen Sie vor dem kompletten Tapezieren an einer unauffälligen Stelle: Kleben Sie eine halbe Bahn auf und warten Sie 24 Stunden. Hält die Tapete fest? Zeichnen sich alte Nähte ab? Dieses Teststück zeigt Ihnen, ob das Übertapezieren funktioniert oder ob Sie doch die alte Tapete entfernen sollten.

Schritt 4: Neue Tapete aufkleben

Die Technik beim Übertapezieren ist dieselbe wie beim normalen Tapezieren. Bei Vliestapeten den Kleister auf die alte Tapete (als Untergrund) auftragen. Bei Papiertapeten den Kleister auf die neue Bahn auftragen und einweichen lassen.

  1. Kleister gleichmäßig und etwas großzügiger auftragen als normal.
  2. Erste Bahn an der Lotlinie positionieren und von oben nach unten glätten.
  3. Besonders sorgfältig glätten — Luftblasen werden durch die doppelte Tapetenlage schwerer herauszuarbeiten.
  4. Nähte versetzt zu den alten Nähten positionieren.
  5. Alle Nähte mit der Nahtrolle sorgfältig andrücken.
  6. Überschüssigen Kleister sofort abwischen.

Profi-Tipp

Verwenden Sie beim Übertapezieren bevorzugt leichte Vliestapeten — sie belasten den Untergrund weniger als schwere Papier- oder Strukturtapeten. Zudem ist Vliestapete formstabiler und verursacht weniger Spannungen auf der alten Tapete.

Schritt 5: Trocknen & Ergebnis prüfen

Lassen Sie die neue Tapete 24–48 Stunden bei geschlossenen Fenstern trocknen. Prüfen Sie das Ergebnis sorgfältig:

  • Haften alle Bereiche fest? Keine Blasen oder lockeren Stellen?
  • Zeichnen sich alte Nähte oder Strukturen durch die neue Tapete ab?
  • Sind die neuen Nähte sauber und geschlossen?
  • Gibt es Verfärbungen (Flecken, die durchbluten)?

Wenn das Ergebnis zufriedenstellend ist — herzlichen Glückwunsch, Sie haben erfolgreich übertapeziert. Wenn sich Probleme zeigen (durchscheinende Strukturen, schlechte Haftung, Blasen), sollten Sie beim nächsten Mal die alte Tapete entfernen — der Zeitgewinn durch Übertapezieren steht in keinem Verhältnis zum Qualitätsverlust.

Profi-Tipp

Dokumentieren Sie das Übertapezieren (z. B. Notiz auf dem Sicherungskasten oder im Renovierungstagebuch). Wer in 5–10 Jahren die Wohnung renoviert, muss wissen, dass zwei Lagen Tapete vorhanden sind — das verändert die Entfernungsstrategie erheblich.

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Häufig gestellte Fragen (10)

Kann man immer Tapete auf Tapete kleben?
Nein, nur unter bestimmten Voraussetzungen: Die alte Tapete muss vollständig und fest haften, es darf maximal eine alte Lage vorhanden sein, keine Feuchtigkeit oder Schimmel, und die Tapete darf nicht stark strukturiert oder beschichtet (Vinyl) sein.
Wie erkenne ich ob die alte Tapete fest genug haftet?
Drucktest an mindestens 10 Stellen: Fest drücken und auf Knarzen oder Bewegung achten. An Ecken und Nähten ziehen. Wenn nirgends Bewegung zu spüren ist und nichts knarrt, ist die Haftung ausreichend.
Was passiert, wenn ich auf lockerer Tapete tapeziere?
Im schlimmsten Fall löst sich die gesamte Konstruktion (alte + neue Tapete + Kleister) von der Wand. Das bedeutet: doppelter Aufwand, doppelte Kosten, Wandschäden — besser von Anfang an die alte Tapete entfernen.
Muss ich beim Übertapezieren grundieren?
Ja, dringend empfohlen. Tiefengrund über der alten Tapete egalisiert die Saugfähigkeit und verbessert die Haftung des neuen Kleisters. Ohne Grundierung trocknet der Kleister stellenweise zu schnell und die neue Tapete hält nicht gleichmäßig.
Kann ich Raufaser auf alte Raufaser kleben?
Technisch möglich, aber optisch nicht ideal — zwei Lagen Raufaser übereinander ergeben eine unnatürlich dicke, schwere Wandbedeckung. Besser: Alte Raufaser entfernen und neu tapezieren.
Was ist Tiefengrund und warum ist er beim Übertapezieren wichtig?
Tiefengrund ist eine wasserverdünnbare Grundierung, die die Saugfähigkeit reguliert. Auf alter Tapete ist er besonders wichtig, weil alte Tapeten unterschiedlich stark saugen — ohne Grundierung trocknet der Kleister ungleichmäßig und die Haftung ist schlecht.
Wie viele Lagen Tapete kann eine Wand tragen?
Maximal zwei Lagen. Mehr als zwei Lagen erhöhen das Gewicht so stark, dass die unterste Lage ihre Haftung verliert. Das Risiko steigt exponentiell — bereits bei zwei Lagen ist Vorsicht geboten.
Kann ich Vliestapete auf alte Papiertapete kleben?
Ja, wenn die alte Papiertapete fest haftet und glatt ist. Grundieren Sie die alte Tapete vorher. Vliestapete ist leichter als Papiertapete, was die Gesamtbelastung reduziert — eine gute Kombination.
Was tue ich, wenn die alte Tapete Flecken hat?
Flecken (Wasser, Fett, Nikotin) mit einem Fleckensperr-Primer absperren, bevor Sie übertapezieren. Sonst können die Flecken durch die neue Tapete durchbluten und sichtbar werden — besonders bei hellen Tapeten ein Problem.
Wie viel Mehraufwand entsteht durch fehlgeschlagene Übertapezierung?
Wenn eine Übertapezierung scheitert (Ablösungen, Blasen, durchscheinende Struktur), müssen oft beide Lagen komplett entfernt und die Wand saniert werden. Das ist 2–3 Mal so aufwendig wie das direkte Entfernen der alten Tapete von Anfang an.

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